Typisch für das Einlippenbohren ist, dass durch einen Kühlkanal im Werkzeug der Kühlschmierstoff verabreicht wird.  Bei dieser Methode werden die Späne gemeinsam mit der Kühlflüssigkeit durch die V-förmigen Nut (Sicke) des Bohrerschaftes aus der Bohrung abgeführt.  Allerdings ist das Einlippenbohren erst realisierbar, wenn Tiefbohröl oder genug Emulsion vorhanden ist. Das Einlippenbohren ist besonders gut für schwer zerspanbare Werkzeuge geeignet.

Einlippen-Tieflochbohren: Anwendung

Heutzutage wird dieses spezielle Tiefbohrverfahren üblicherweise im Durchmesserbereich von 0,5 mm bis 50 mm in drei Ausführungen angewendet.  Zudem kommen im Durchmesserbereich unter 1,9 mm meistens Vollhartmetallbohrer zum Einsatz, bei denen der Schneidkopf sowie der Schaft aus einem Stück bestehen. Weiterhin lassen sich Einlippenbohrer perfekt für tiefe und exakte Bohrungen einsetzen.  Es gibt Einlippenbohrer mit aufgelötetem HM-Bohrkopf bzw. Schneidplattenkopf sowie Vollhartmetall Einlippenbohrer.

Mehrwert und Anwendungsbeispiele des Einlippen-Bohrverfahrens

Das Einlippenbohren ist auf Universalmaschinen durchführbar und hat geringe Herstellungskosten. Ebenso wird eine hohe Oberflächengüte sowie eine ideale Rundheit (Kreisformgenauigkeit) erreicht. Außerdem besteht eine einfache Nachschleifbarkeit und ein geringer Mittenverlauf. Hinzu kommt eine optimierte Ausrichtung des Werkzeugs, auch bei schweren L/D Verhältnissen.
Angewendet wird dieses Art des Tieflochbohren für Bearbeitungen wie Bronze- und Kupferlegierungen oder Nickel- und Titanlegierungen. Zusätzlich wird das Verfahren für Duplex- und Superduplex Stähle sowie für Ferritische- und austenitische Stähle benutzt.